Sie befinden sich hier:  Jugend - Jugendtag 2014 - Grußwort

Gottesdienstbericht Jugendtag 2012

(Oberhausen, 17.06.2012) In diesem Jahr fand der Jugendtag der Neuapostolischen Kirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland gemeinsam mit der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen und Niederlanden in Oberhausen statt. Desweiteren waren auch die Jugendlichen aus Belgien und Luxemburg eingeladen. Dadurch ergabe es sich, dass Jugendliche aus vier Länder und vier Bundesländern zugegen waren. Dies spiegelte sich auch in der Viersprachigkeit des Jugendtagsmottos "Mein Glaube", "My Faith", "Mijn Geloof", "Ma Foi" wieder. Internationalen Touch erhielt die mehrtägige Veranstaltung durch den Besuch von Bezirksapostelhelfer David Garlapati Devaraj aus Indien. Den Abschluss bildete der große Jugendgottesdienst am Sonntag mit rund 10.000 Teilnehmern.


Eingangslied: "Der Glaub ist fest Zuversicht" (GB 159)

Textwort: Markus 11, 22 "Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!"

Chor und Orchester: "Auf dich O Herr"

Bezirksapostel Brinkmann
Bezirksapostel Brinkmann begrüßte zu Beginn des Jugendgottesdienstes die anwesenden Jugendlichen aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Belgien, Luxemburg, Niederlanden und Nordrhein-Westfalen.

Das Motto "Mein Glaube" möge für jeden unter uns eine kleine Aufgabe sein, sich Gedanken über "seinen" eigenen Glauben zu machen.

Wünsche
- Ich wünsche euch einen starker Glaube und damit verbunden Glaubenserfahrungen und -erlebnisse. Vielleicht hat der eine oder andere noch nie eins gehabt / nie eins bemerkt. Ich wünsche uns allen als Resultat dieses Jugendtages, dass jeder ein großes oder auch kleines Erlebnis hat, und verspürt, dass der vom Herrn geliebt wird und seine Gebete bei ihm ankommen.

- Ich wünsche euch große Freude. Diese Freude ist ein tragendes Element unseres Glaubens

- Ich wünsche euch viel Kraft. Wir leben in anspruchsvollen Zeiten, der Einzelne muss seinen Mann, seine Frau stehen, jeder muss seinen Glauben leben. Möge dieser Jugendtag dazu führen, dass diese Glaubenskraft in uns größer werde und wir in der Nachfolge bleiben.

- Ich wünsche euch auch umfassenden Trost. Manch einer ist mit seiner Not, mit seinen Sorgen und Ängsten hierher gekommen und gar nicht so locker und unbeschwert in die Zukunft schaut. Ihr habt alle eure Bitten und Anliegen auf den Altar gelegt. Ich wünsche euch den Trost aus dem Heiligen Geist und den Zuspruch Gottes, der sagt: auch mit dir habe ich Gedanken des Friedens.

Das Motto: "Mein Glaube"
Der Glaube ist vielfältig. Er zieht sich durch unser ganzes Leben.

Glaube ist nicht der Rahmen unseres Lebens, sondern der Inhalt unseres Lebens.

Glaube ist nicht terminlich fixiert auf die Gottesdienstzeiten, sondern ist das, was 24 Stunden und 7 Tage in der Woche aktuell und für uns wichtig ist. In einem Lied singen wir davon, dass der Glaube uns durchs Leben leitet und führt.

Wie wächst der Glaube?
Glaube muss wachsen. Das ist ein wichtiger Punkt, den ich mit euch besprechen will. Wie wächst denn Glaube überhaupt? Das können wir ganz konkret aus 2 Beispielen in der Heiligen Schrift ableiten.

Jesu heilte mittels eines Schlamms, welchen er selbst anrührte, einen Blinden (aus Johannes 9,1-41). Der Blinde kannte den Gottessohn nicht konnte somit auf die Fragen seiner Umgebung nur ungenau antworten. Und so fragten sich die Menschen recht bald, wer denn wohl dieser Wunderheiler sei. Darauf entgegnete er "Ein Mensch, der sich Jesus nannte". Sein eigenes Erleben und das Interesse seiner Umgebung führte bei ihm zum Nachdenken über die Dinge, die an ihm geschehen sind. Im weiteren Verlauf wurde er von den Pharisäern noch einmal gefragt, wer ihn denn geheilt habe. "Es war ein Prophet". Hier war ihm bereits bewusst, dass es kein einfacher Wunderheiler gewesen sein konnte. Als er dem Gottessohn ein weiteres Mal begegnete, fragte ihn dieser: "Glaubst du an den Menschensohn?" Der Geheilte fragte nun Jesu, wer er denn wohl sei, auf dass er an ihn glauben könne. Und Jesus antwortete wiederum nur: "Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist's."

Daraus folgern wir:
Nachdenken - Über den Glauben nachdenken heißt: sich mit seinem Glauben beschäftigen.

Fragen - Wenn ich jemand frage, wie ich zum Glauben komme, dann wende ich mich an solche, die gläubig sind.

Das 2. Beispiel handelt von der zufälligen Begegnung Jesu mit der Samariterin am Brunnen des Lebendigen. Sie sprachen miteinander und die Samariterin hörte zu bis sie ihn erkannte und sogar ihre Nachbarn zusammen rief.

Daraus können ableiten, dass, wenn wir zuhören und miteinander reden, kommen wir zu einem tieferen und umfassenderen Glauben und unser Glaube wird gestärkt.

Das sind 4 Aspekte, die den Glauben fördern und ihn wachsen lassen:

darüber nachdenken
Die richtigen Fragen stellen
miteinander reden.
und zuhören

Glaube hat Wachstumspotenzial
So kann der Glaube in uns wachsen. Das Ziel des Wachstums ist bei uns allen noch nicht erreicht. Jesu sprach vom "Glauben wie ein Senfkorn", der Berge versetzen kann. Wir alle haben noch Wachstumspotenzial nach oben, welches uns kaum bewusst ist. Der Bezirksapostel rief dazu auf, dieses Potenzial der Seele abzurufen.

Das hat auch etwas mit dem Eingangslied der Sänger zu tun: "Auf dich o Herr, vertrauet meine Seele". Wenn ich jemandem nicht vertraue, dann glaube ich ihm auch nicht. Wenn wir aber Gott vertrauen, dann wachsen wir auch im Glauben.

Glauben hat aber auch mit Gehorsam und Vertrauen zu tun.

Glaube ist die Antwort auf göttliches Handeln.

Das zeigte sich auch bei Abraham. Dass er auszog in ein unbekanntes Land, war ein Zeichen seines Gehorsams. Vertrauen und Gehorsam sind 2 wunderbare Leitplanken, die uns zum Glaubenswachstum führen.

Wir müssen uns auch damit beschäftigen, dass Glaube immer geprüft und angefochten wird, dass Glaube in Bedrängnis kommt und dass Glaube "angeknabbert" wird. Hin und wieder gerät er auch einmal ins Wanken.

Bei Gesprächen im Kreis der Jugend stellt man fest, dass äußerer Druck und die innere Enttäuschung den Glauben stark beeinflussen. Da kommt es auch mal zu einem "Burn out". Der erste, dem dieses passierte war Elia. Er lag unter dem Wacholder und wollte nicht mehr.

Äußere Drücke entstehen oft aus sehr hohen Erwartungshaltungen. Erwartungen der Eltern an deine schulischen Leistungen, Erwartungen in der Partnerschaft, dass man ein bestimmtes Rollenbild erfüllt und manche anderen Erwartungen, denen du nicht genügen kannst.

Bekannte Beispiele aus alter Zeit:

  • Auch Jesu stand z.B. beim Einzug nach Jerusalem unter solchen hohen Erwartungen. Er reagierte mit Unbeirrtheit und Zielorientierung auf seinen Auftrag und wollte diesen Erwartungen gar nicht nachkommen.
  • Da waren die Emmaus-Jünger, die die Befreiung der Juden von ihren Besatzern erhofften, etwas, was gar nicht das Ziel des Messias' war.

Liebe Jugend, in den Erwartungshaltungen, die ihr nicht erfüllen wollt oder auch nicht erfüllen könnt, bleibt dennoch zielorientiert! Es gilt nicht, allen Erwartungshaltungen zu genügen, sondern es gilt, sich unbeirrt auf den Tag des Herrn vorzubereiten.

Enttäuschungen sind sehr vielfältig. Es kann eine friedlose Umgebung, Unverständnis im Kreis der Freunde oder auch eine Fehlentwicklung in der Partnerschaft sein. Der Sohn Gottes wurde auch enttäuscht.

  • Er wurde von vielen Anhängern verlassen und fragte die verbleibenden Jünger, ob sie ihn auch verlassen wollten.
  • Er weinte vor Jerusalem, weil er keine Aufnahme bei den Bewohnern dieser Stadt gefunden hatte und sie nicht den Messias erkennen wollten. Man grenzte ihn aus.
  • Ein anderes Beispiel war der Verrat durch den Jünger Judas.

Wir sehen hier, dass auch Jesu oft in Enttäuschungen erleben musste. Aber wie hat er sich verhalten? Er reagierte mit der strikten Ausrichtung auf sein Ziel. "Der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue was ihm gefällt." Das war sein Trost. Er hat seinen Glauben und seinen Gehorsam auf Gott ausgerichtet. Das erkennen wir an seiner Einstellung: "Vater nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen" ganz unter den Willen seines himmlischen Vaters.

Chor: "Shiahamba" (Strophe 1 in Suaheli, Strophe 2 in englisch)

Bezirksapostel Koberstein

Bezirksapostel Koberstein stellte fest, dass der Inhalt des ganzen Wochenendes und speziell des Jugendgottesdienstes nichts Theoretisches ist, sondern der praktischen Nutzung im Alltag dient.

Ohne Glauben gibt es weder göttliche Freude noch göttlichen Trost!
Der große Gott hat uns befähigt glauben zu können.
Das legt der Briefträger nicht in den Briefkasten!
Das ist ein Geschenk Gottes

Gott schuf den Menschen mit der Gabe der Gemeinschaftsfähigkeit mit Gott. Diese Gabe jedoch ging mit dem Sündenfall verloren. Er reparierte diesen Schaden durch das Opfer Jesu und seinem Plan zur Zurückführung der Menschen zu ihm. Aber dies erschließt sich nur dem Glaubenden.

Aber Glaubenserlebnisse werden oft nur dann als solche gesehen, wenn sie sehr herausragend sind. Unsere Ansprüche an solche Erlebnisse sind schon sehr hoch und es muss alles schon spektakulär sein, damit wir von Glaubenserlebnissen sprechen. Ich werbe darum, doch bitte auch die kleinen Erlebnisse im Glauben als von Gott gegeben erkennen zu wollen.

Es gibt manchmal Augenblicke, die den Glauben ins schwanken bringen oder gar gegen Null zurückfahren; weil man betet und nichts passiert, weil man Enttäuschen erlebt die man nicht erwartet hat.

Man wähnt sich auf der Seite Gottes und bringt sich ein und macht alles Mögliche und - es passiert alles, nur nicht das, was man erbeteten hat und was man sich wünscht. Wenn du dann aber Glauben behältst, erschließt sich dir der Trost Gottes.

Nicht nur der Glaube wird dann weniger, auch das Selbstwertgefühl wird weniger. Dann kommt der Gedanke, dass man etwas falsch gemacht hat und jetzt von Gott bestraft wird. Außerdem wird er mich wegen meiner Fehler und Schwächen nicht mehr lieb haben.

"Jugend hört nie auf zu Glauben, dass Gott Euch liebt."

Für mich persönlich ist die Sündenvergebung und das Heilige Abendmahl in einem jeden Gottesdienst ein großes und wichtiges Glaubenserlebnis. Ich glaube das und ich erlebe das! Ich sehe darin die unendliche Liebe Gottes.

Und wenn du so deinen Gott in den vielen kleinen Dingen erlebst, - ganz persönlich -, dann hast du auch immer wieder Anlass zur Freude. Dann kann aus Freude richtige Begeisterung werden - aber das kommt eben nur aus dem Glauben!

Abschließend führte Bezirksapostel Koberstein ein von Stammapostel Leber kürzlich verwendetes Bibelwort aus Johannes 14,12 an: "Wer an mich glaubt, der wird die Werke tun, die ich auch tue".

Der Glaube vermag auch Jesu Wesen anzuziehen und solche Werke zu tun, wie er sie getan hat.


Bezirksapostel Brinkmann
Der Bezirksapostel griff diesen Gedanken auf und nahm Bezug auf die Begebenheit anlässlich der Hochzeit zu Kana, bei der Jesu Wasser zu Wein verwandelt. Er, der Bezirksapostel, selbst hätte als Versuch Jesu Werke zu tun, sicherlich erstmal mit der Verwandlung eines Glases Wein und - bei entsprechendem Erfolg - es mit einer einer Flasche probiert. Jesu aber setzt hier im festen Gottvertrauen alles auf eine Karte und verwandelte gleich 6 Krüge à 100 Lieter.

Glauben kann man nicht probieren!
Wahrer Glaube setzt alles auf eine Karte


Orchester: "Wer unter dem Schirm"

Bezirksapostelhelfer Devaraj dient in englischer Sprache. Apostel Otten fasste das Dienen zusammen.

Glaube sei ein "Supertopic". Glaube ist ein Geschenk Gottes. Ohne Glaube ist es unmöglich Gottes zu gefallen. Es ist möglich an Vieles zu glauben, aber nur in dem Glabuen an Gott liegt Zuverlässlichkeit. Glauben kommt aus dem Zuhören der Predigt im Gottesdienst. Aus ihr entstet ein Fundament für das (ewige) Leben.

Apostel Otten weiter: Danke Gott,dass du glauben darfst. Er eröffnet uns eine Zukunftserspektive. Der Glaube an Gott ist die Grundvoraussetzung, Gott zu gefallen und so auf ewig zu ihm zu gelangen.

Bezirksapostel Brinkmann
Im Hebräerbrief lesen wir "Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen". In Hinblick auf die Sündenvergebung möchte ich diesen Gedanken etwas enger fassen. Hätte ich ein lockeres Verhältnis zu Gott und nehme das "ihm Gefallen sollen" nicht so ernst - damit muss er zu recht kommen, ich komme ja auch damit zu recht.

In seinen Abschiedsreden sprach der Sohn Gottes vom Erscheinen des Heiligen Geistes und davon, dass dieser Geist den Menschen die Augen öffnet um ihre Sünden zu erkennen. Lässt du dich auch durch den heiligen Geist über die Sünde aufklären oder machst du das lieber mit deinem Kopf? Dann heißt es in diesem Wort von der Sünde: "Der Heilige Geist wird dir die Augen auftun über die Sünde, dass sie nicht an dich glauben". Unglaube ist Sünde. Ungehorsam und Unvertrauen ist Sünde.

Lied der Gemeinde zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl
"Hier ist Jesu, hier ist Gnade" (GB 138,1)

Im Anschluss betet die Gemeinde das "Unser Vater", durfte Sündenvergebung erleben und erhielt das Heilige Abendmahl.

Gemeinde- und Chorgesang während des Heiligen Abendmahls:
"Ich rühme die Barmherzigkeit" (GB264),
"Lobe den Herrn, den mächtigen König" (GB261),
"Allein Gott in der Höh" (Chor)

Apostel Otten
Der Apostel führte auf das Abendmahl zum Gedächtnis an die Entschlafenen hin und erinnerte daran, dass dieses in diesem Gottesdienst für drei Gebietskirchen gespendet wurde. Aus diesem Grund würden es stellvertretend drei Bischöfe aus je einer Gebietskirche entgegennehmen.

Dann wurde das Heilige Abendmahl zum Gedächtnis an die Entschlafenen gespendet. Einleitend sang der Chor "Amazing Grace". Bezirksapostel Brinkmann stellte nochmals heraus wie nahe in diesen besonderen Momenten uns die lieben aus der Ewigkeit sind. Insbesondere gedachte er dabei den Jugendlichen, die bereits ihre Eltern verloren oder gar nie kennengelernt haben.

Es waren bewegende Augenblicke, als im Anschluss daran das Orchester "Einstens las ich" (Mappe 298) anstimmte und der gesamte Jugendchor dazu leise die Melodie summte.

Der Gottesdienst wurde mit Gebet und einem abschließenden geinsamen Lied "Der Herr ist mein Licht" beendet.